Alle Beiträge von Oliver Joswig

Rückblick auf das Reformationskonzert

In diesem Jahr hat Werner Harzheim zum 20. Reformationskonzert eingeladen, dieses Mal unter dem Titel „Abendsegen“. Das Programm umspannte Musik aus über drei Jahrhunderten und mischte alle möglichen Gattungen miteinander. So erklang Antonio Vivaldis Concerto c-Moll, op. 44/19 ebenso wie The Londonderry Air und der „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdinks Oper „Hänsel und Gretel“.
Die Protagonisten unter der Gesamtleitung von Werner Harzheim setzten sich vorwiegend aus Gemeindemitgliedern zusammen; das Bläserensemble ist ein Zusammenschluß aus den Ev. Kirchengemeinden Zülpich und Schleidener Tal. Dessen Leiter Lothar Ladentin spielte dieses Mal auch selber mit. Alle Sängerinnen und InstrumentalistInnen waren mit Herzblut dabei und machten ihre Sache ausnehmend gut. Besonders hervorzuheben ist allerdings Sonja Sommer, die die Sopran- und Altblockflöte herausragend sicher und virtuos spielte.
Das mit viel Liebe und Zeit vorbereitete Konzert traf die Stimmung des späten Nachmittags und begeisterte die zahlreich erschienen Zuhörer und wurde mit ausgiebigem Beifall belohnt.

Text & Bilder: Bubelach

Verabschiedung Jan Wattjes

Nun steht es fest: Jan Wattjes ist Gemeindepädagoge i.R. Im Reformationsgottesdienst in Gemünd, der von Pfarrerin Salentin und Pfarrer Joswig vorbereitet und in dem zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche mitwirkten, wurde Jan Wattjes durch den Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff von seinem Dienst entpflichtet und in den in den Ruhestand verabschiedet.
Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus fast 40 Jahrzehnten Wirken in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis waren zum Gottesdienst und dem anschließenden Empfang gekommen, um Jan Wattjes Danke zu sagen und die besten Segenswünsche für den neuen Lebensabschnitt mit auf den Weg zu geben.

Vater-und-Sohn Wochenende 2018

Väter und Söhne op Tour…

15 Väter mit 22 Söhnen von 6 – 15 Jahren treffen sich in Urbach zum diesjährigen
Vater-und-Sohn-Wochenende.

Was für eine Zahl! – und es hat super geklappt!
2017 haben wir diese Zusammenarbeit zwischen den Ev. Kirchengemeinden Hennef und Trinitatis Schleidener Tal vereinbart. ALLE hatten großen Spaß – sowohl die Wiederholungstäter als auch die Neuen. Ein Höhepunkt war sicherlich wieder das Fußballturnier am Samstag. Sechs Mannschaften traten gegeneinander an bis schließlich der Sieger fest stand – wie bei der WM Frankreich. Nachmittags gab es noch einen Ausflug auf einen Förderturm, abends wurde gegrillt und wir hatten viel Zeit zum Reden. Am Sonntag machten wir uns mit Paulus auf Reisen und besuchten im Gottesdienst Jerusalem, Ephesus, Korinth und Rom. Sonntag Mittag ging es – mit der festen Absicht uns im nächsten Jahr wieder in Urbach zu treffen – nach Hause.

 

  

 

Grüße aus Taizé

Im Urlaub besuchen wir zwar häufig Kirchen, doch – gerade im Ausland – einen Gottesdienst? Ein besonderes Erlebnis, wenn man nur am Sprechrhythmus das Vaterunser erkennt oder Abendmahl in einem schwedischen Gottesdienst erlebt.

Nochmal ganz anders, wenn sich Tausende von Jugendlichen und jungen (und auch älteren) Erwachsenen in Taizé – im Burgund/F – treffen und dort der Gottesdienst dreimal täglich stattfindet und in einer großen Sprachvielfalt gefeiert wird. Freiwillig und mit wachsender Begeisterung intensive Gottesdiensterfahrungen, die keine(n) unberührt lassen…

 

Taizé 2018 – ein Reisebericht (oder wie ich das Unbeschreibbare beschreibe…)

Für mich ist es (erst) das zweite Mal, dass ich eine Woche nach Taizé fahre. In diesem Jahr wusste ich ja schon, auf was ich mich einlasse:

  • Eine Woche zelten
  • Eine Woche einfachste Mahlzeiten
  • Eine Woche drei Gottesdienste am Tag
  • Eine Woche viiieeel singen
  • Und und und…

Was sich vielleicht erstmal negativ liest, ist gerade das Gegenteil: Eine intensive Woche zum Runterkommen, nach den übervollen Wochen unmittelbar vor den Sommerferien. Zeit haben sich selber zu erspüren, Zeit haben, biblische Geschichten und Worte in mir nachklingen zu lassen, den „Sound of Taizé“ tagtäglich zu erleben und je länger die Woche geht, Ohrwurm an Ohrwurm bei sich und den Mitfahrenden zu spüren.

Irgendwie um die 3.000 Menschen bevölkerten in der ersten Sommerferienwoche den Hügel von Taizé – darunter auch wir 11 aus dem Schleidener Tal und auch Vertreter der Juki Aachen unter der Leitung von Pia. Man nimmt diese 3.000 Menschen besonders zu den Essenszeiten wahr und, wenn man nicht schon um 6.30 Uhr duschen geht, auch zu den normalen Duschzeiten (also die übrige Zeit). Jede/r findet da im Laufe der Woche den eigenen Rhythmus – bei Jan Wattjes und mir waren es die kalten Duschen um 6.30 Uhr 😉.

15/16jährige Jugendliche aus Rumänien, England und Deutschland antworteten auf die Frage, warum sie diese Woche Taizé auf sich nehmen, folgendermaßen:

  • Ich bin hier im Rahmen meiner Firmvorbereitung.
  • Ich wollte eine Woche Teil dieser besonderen Kirchengemeinschaft sein.
  • Ich habe mich bewusst für Taizé entschieden, da ich hier einen Abschnitt von Frieden und Ruhe erlebe, gerade im Gegensatz zu dem hektischen und beschäftigten Schulleben.
  • Ich wollte diesen „Urlaub“ um meine Sommerferien anders als die anderen zu gestalten und so besondere Erfahrungen machen zu können.

Wer jetzt denkt, dass diese Antworten von „Flower-Power-Kids“ kommen, täuscht sich. Das sind ganz „normale“ Jugendliche aus ganz Europa, die am Ende der Woche sicher waren, wiederzukommen. Fast der benedektinischen Ordensregel „ora et labora“ (bete und arbeite) folgend, ist es gerade die Abwechslung in allen festen Strukturen, die diese Woche so besonders macht. Und da müssen dann auch schon mal Arbeiten wie das Abfegen der Spinnweben unter den Waschbecken erledigt werden. Zugleich legen die Jugendlichen beim Besprechen der Bibeltexte großen Ernst an den Tag. Wenn sich die vier Jugendlichen aus England am dritten Tag erstmal bei einem Gespräch über Gerechtigkeit darüber verständigen müssen ob sie Labour oder Conservative sind und für sie nur Labour die richtige Antwort ist und bei der Frage nach dem „Brexit“ man nur in wutverzerrte Gesichter schaut, wird schnell klar, dass diese Treffen in Taizé unheimlich viel zur Völkerverständigung beitragen. Mit einem Mal wird uns „Alten“ klar, wie vieles heute ganz selbstverständlich ist. Wenn Alex aus Rumänien schnell eine Whatsapp-Gruppe einrichtet und man so in Kontakt bleiben kann – und sei es nur wegen der Bilder.

Mir ist klar, dass das nicht ein „normaler“ Reisebericht zu Taizé ist, aber kann es auch gar nicht sein. Dazu erwische ich mich in Taizé in manchen Momenten so emotional so angefasst, dass diese hier gar nichts zu suchen haben. Und so erlebe ich auch die Jugendlichen.

Wenn alles gut geht, war das noch lange nicht mein letzter Besuch auf dem Hügel. In diesem Frühjahr/Sommer wurde/wird der Altarbereich neu gestaltet, nach mehr als einem Jahrzehnt! Das tut Taizé und seiner Idee gut. Frère Alois (der Prior von Taizé) sagte sinngemäß: Unsere Kirche ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem der Heilige Geist sich frei bewegen kann!

Dem ist nichts hinzuzufügen – außer bis nächstes Jahr in Taizé!

Pfarrer Oliver Joswig