Alle Beiträge von Oliver Joswig

Presbyteriums-Wahl 2020

In der Kirchengemeinde findet am 1. März 2020 die Neuwahl des Presbyteriums statt. Es sind 17 Presbyterinnen und Presbyter zu wählen.

Als Kandidatinnen und Kandidaten wurden vorläufig folgende wählbare Mitglieder der Kirchengemeinde festgestellt:
Günter Christmann,
Birgit Heick-Cremer,
Georg Faber,
Eckhard Jäck,
Hans-Joachim Jürgens,
Marion Junker,
Günter Krohn,
Doris Kupp,
Gabriele Leufgen,
Christina Medau,
Dr. Roland Reddelien,
Charlotte Roux-Bücker,
Heiko Schäfer,
Martin Sommer,
Petra Tutlies,
Jutta Uhlmann,
Werner Wamser,
Birgit Weber,
Tanja Weidenhaupt.

Außerdem ist 1 beruflich Mitarbeitender ins Presbyterium zu wählen. Als Kandidatin hierfür wurde vorläufig folgende wählbare beruflich Mitarbeitende der Kirchengemeinde: Evelin Hickertz

Ferner gilt:

Viele Grüße aus Taize

Taizé 2020: 2.-9. August – Infos folgen!

Schön war’s – bis 2020!
Morgenlicht leuchtet…
Vor dem Mittagsgebet
10 Uhr morgens: Bibelarbeit
Abends am Oyak
Lieder-Üben in der Mittagspause

Guten Morgen – noch ist alles leer
Vor dem Abendgebet

Stellenweise sehr feucht…

Nachts in der Kirche…

Hallo mein Name ist Gabriel und ich war mit der Kirchengemeinde zusammen in der letzten Woche der Sommerferien in Taize. 

Es war mein zweites Mal, das Jahr davor war ich auch schon in Taize. Aber dieses Jahr war Taize etwas anders für mich. 

Wir sind Sonntag Mittag angekommen und hatten eine ganze Woche Taize vor uns, auf die sich jeder sehr freute. Auch ich war wieder total froh, hier zu sein. 

Für die, denen Taize nichts sagt, hier eine kurze Erklärung. Taize ist ein Ort in Frankreich an dem sich jedes Jahr tausende vor allem Jugendliche treffen um gemeinsam Zeit zu verbringen und über Gott bzw. den Glauben nachzudenken. Man lebt in Zelten oder kleinen Zimmern. Drei mal am Tag gibt es das so genannte Taize Gebet in der Kirche, morgens, mittags und abends. 

Nach dem Frühstück gibt es eine sogenannte Bibelgruppe, mit der man über bestimmte Ausschnitte der Bibel redet. 

Am Montag morgen nach dem Frühstück traf sich die gesamte Gruppe im hintersten Teil der Kirche und es ging erstmal um organisatorische Dinge. Unter anderem wurde darüber geredet, dass es die Möglichkeit gibt die Woche in Taize in Stille zu verbringen. Ich dachte mir erstmal, was bringt das, was soll das, bzw. warum macht man das für so eine lange Zeit und redet nicht… Deswegen habe ich mich damit erstmal nicht mehr beschäftigt. 

Aber am Donnerstag morgen kam das Thema noch einmal auf und es wurde gesagt man kann auch nur das Wochenende in Stille verbringen. Ich habe dann noch einmal darüber nach gedacht… Nur ein Wochenende, mal gucken, ob ich das hinbekomme, oder was es mir bringt, was es mit mir macht… Damit war meine Entscheidung gefällt, dass ich ab Donnerstag Abend die restliche Zeit in Taize in Stille verbringe. Als ich meine Entscheidung dem Rest der Gruppe mitgeteilt hatte, herrschte erstmal Erstaunen und Verwunderung, warum ich das denn mache. Aber keiner hat mich abgehalten. Genau so habe ich diese Info meiner Bibelgruppe gesagt und alle waren ein bisschen traurig, dass ich die nächsten zwei Tage nicht bei den Gesprächen sein werde. Also bin ich Donnerstag Abend mit einer Gruppe von noch ca. 5 anderen in ein Gebäude außerhalb von Taize umgezogen; das war der letzte Moment, an dem ich noch gesprochen habe. In diesem Gebäude hat jeder sein eigenes Zimmer, damit man nicht in Versuchung gerät ein Gespräch zu führen. Man sollte ganz für sich sein. 

Es gab immer einen Dienst für den man sich eintragen musste, welcher daraus bestand entweder nach dem Essen abzuwaschen oder das Essen oder den Tee aus der Küche zu holen. Die Gruppe, die das Wochenende in Stille verbracht hat, hat in einem Pavillon vor dem Gebäude gegessen. Das erste Abendessen war sehr ungewohnt für mich denn es gab keine Gespräche und war sehr ruhig. 

Nach dem Abendessen bin ich zum alltäglichen Abendgebet gegangen, und habe dort die Lieder mitgesungen, was, auch wenn man die Zeit in Stille verbringt, ausdrücklich erwünscht ist. 

Danach bin ich zurück in mein Zimmer und hatte den Kopf voller Gedanken, was ich denn die nächsten zwei Tage machen werde… 

Am nächsten Tag, nach dem Gebet und dem Frühstück habe ich mich erstmal in den Garten gesetzt und einfach nur die Ruhe genossen, keine Gespräche,nur die Geräusche der Vögel und das Rauschen der Bäume. Ich hatte nun Zeit einfach mal meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Aber schon nach 45 Minuten haben wir uns alle im Pavillion getroffen und ein Bruder der Communite hat eine Art Bibelgespräch geführt, nur ohne unsere Beteiligung, es waren Denkanstöße zu bestimmten Bibelstellen mit denen wir uns nachgehend beschäftigen sollten. Das haben wir alle gemacht, und ich habe mich sehr mit diesen Bibelstellen befasst, um Zusammenhänge und Hintergedanken zu vestehen. 

Das heißt eine der Sachen, die mir dieses Wochenende in Stille gebracht hat war ein besseres Verständnis gewisser Bibelstellen. 

Die Nachmittage habe ich damit verbracht ein bisschen in der Gegend spazieren zu gehen und auch wieder für mich zu sein. Oft habe ich auch einfach nur im Garten gesessen und einfach „nichts“ gemacht. Ich habe die freie Zeit einfach dafür genutzt über viele Dinge nachzudenken, was will ich nach der Schule machen, worauf freue ich mich nach Taize oder auch was möchte ich besser vermeiden. Es waren oft ganz banale Gedanken, banale Dinge die einem durch den Kopf gingen, und keiner hat einen gestört. 

Ich glaube auch, so kann ich das Wochenende in Stille gut zusammenfassen. Ich habe die Ruhe genossen, die Bibel besser kennengelernt, aber auch mich selber frei von schlechten Gedanken gemacht und habe mich selber besser kennen gelernt. Es fiel mir zu keiner Zeit schwer, nicht zu reden und ich habe die Zeit einfach genossen. Nächstes Jahr werde ich, wenn möglich eine komplette Woche in Stille verbringen, weil es mir so viel gebracht hat. Ich würde jedem empfehlen dieses Erlebnis auch einmal zu machen und ein Wochenende in Stille in Taize zu verbringen. 

Gott der Herr: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (1. Korinther 3,22 und 23)

Barfuß zur Taufe

Zehn Menschen empfangen „Open-Air“ das erste Sakrament in der Olef mit Blick auf Glockenturm – Auch iranische Familie darunter– Pfarrer kommen in wasserfesten Sandalen – Gemeindefest bietet buntes Programm – Großes Dankeschön an die Hellenthaler Feuerwehr

Die Olef wurde zum Taufbecken. Zehn Täuflinge bekamen „Open-Air“ ihr erstes Sakrament. (Foto: Kirsten Röder)

„Wir wollten gerne für unsere Tochter Ella etwas ganz Besonderes“, sagt Mutter Anna-Lena Schulze und lächelt ihren Mann glücklich an. Die beiden hatten ihr Baby hübsch gemacht und für den großen Tag ein Taufkleid angezogen. Ihre zehn Monate alte Tochter sollte in der Olef mit Blick auf den Glockenturm der evangelischen Kirche das erste Sakrament empfangen. Allein blieb Ella nicht.

„Zehn Menschen unterschiedlichen Alters werden heute getauft. Welche eine Freude“, sagte Pfarrer Christoph Ude und begrüßte mit Pfarrer Oliver Joswig die Täuflinge, deren Familien und weitere Besucher. Passend stimmten alle gleich ein in das erste Lied der Open-Air-Messe an: „Wir feiern heute ein Fest…“.

Pfarrer kommen in wasserfesten Sandalen

Die beiden Pfarrer waren für ihre Mission ungewöhnlich wie passend gekleidet, hatten sie doch ihren Talar deutlich kürzer gebunden und vor allem wasserfeste Sandalen über die Füße gestreift. Damit zogen sie mitten ins kühle, mehr als knöcheltiefe Nass, um den Täuflingen ihr erstes Sakrament zu spenden. 

Die evangelische Gemeinde liegt damit im Trend. Traditionelle Taufen draußen, unter freiem Himmel, in Flüssen, Bächen oder Gewässern werden immer beliebter. Von der Ostsee-Bucht über die Northeimer Seenplatte, im Rhein, vom Darmstädte Badesee Woog bis zum Chiemsee und an den Isar-Strand – überall wird im großen Stil in der Natur getauft. In Hamburg fand an Pfingstsamstag das vermutlich größte Tauffest in der Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland statt: am Elbstrand wurden bei der Mega-Veranstaltung rund 500 Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene getauft.

Treppenstufe, Decken und Klappstühle

In Hellenthal an der Olef wirkte es beschaulicher. Das Wasser im Bachlauf plätscherte gemütlich vor sich hin. Viele Besucher hatten es sich auf den Treppenstufen der Olef gemütlich gemacht, andere Decken und Klappstühle hervorgezogen, um die außergewöhnliche Zeremonie zu genießen. Locker und fröhlich ging es zu. Paten und Eltern schritten barfuß ins Wasser. Nach den heißen Sommertagen führte die Olef zwar wenig Wasser, dafür war das Fließgewässer ganz schön frisch.

Zur Taufe bereit standen Eltern mit ihren Babys, Kindern und Jugendlichen. Ebenso eine iranische Familie, mit Eltern und Kind, die in der Flüchtlingsunterkunft auf dem nahegelegenen Vogelsang lebt und nun dem christlichen Glauben folgen will. Einer nach dem anderen stieg ins Wasser.

Anna-Lena und Tobias Schulze, die Eltern von Ella, hatten vorher den gewählten Taufort schon mal besucht, um zu schauen, wie sie den Platz finden. Er wurde für perfekt befunden – trotz widriger Bedingungen beim Erstbesuch. „Wir waren im Januar hier, da war viel mehr Wasser und definitiv kältere Temperaturen“, lacht Vater Tobias.

„Wasser ist nicht ihr Ding“

Nun lugte sogar die Sonne immer wieder zwischen den Wolken hervor. Die Eltern waren gespannt, wie ihre zehn Monate alte Tochter die Zeremonie mitsamt Wasserschwall am Kopf wegstecken würde. „Wasser ist absolut nicht ihr Ding“, merkte der Vater vorher noch an. Eigentlich! Doch das Olefwasser schien zu gefallen: die Kleine blieb ruhig – und die Familie war am Ende glücklich.   

„Unsere Erde ist ein wundervoller Platz, voller Leben, bis heute und das verdanken wir Gott“, hatte Pfarrer Joswig zuvor noch gepredigt. Wichtig sei, dass der Mensch sich heute und morgen um Pflanzen, Tiere und andere Menschen kümmert und das Leben wertschätzt. Wie traurig sei das Bienensterben, wie wichtig deshalb eine Blütenpracht. Joswig: „Wie herrlich wäre es, wenn es wirklich überall bunte Oasen gibt, wo unzählige Insekten zu Hause sein können.“

Tütchen mit Blumensamen verteilt

Sogleich wurden Tütchen mit Blumensamen von fleißigen Helfern an alle verteilt. „Jeder kann etwas tun“, motivierte Joswig und forderte die Gemeinde auf, Bilder per Whatsapp oder Mail zu schicken von dem, was aus diesen Samen geworden ist. Dann könne man bald auf der Website der Evangelischen Kirche eine Palette von bunten Blumenbildern zeigen.

Im Anschluss an die Gottesdienst fügte sich nahtlos noch das Gemeindefest an. Dort wurde ein buntes Unterhaltungsprogramm und großes Kuchenbüffet für die Besucher geboten. Zahlreiche Stände darunter auch NABU, Nationalpark Eifel und Pfadfinder, luden zum Informieren und Ausprobieren ein. Man konnte Dosenwerfen, Holzschnitzen und Insektenhotels bauen. Auch die Jugendfeuerwehr präsentierte sich und bot Wasserspiele an.

500 Euro für Jugendfeuerwehr

Während des Tauffestes hatten die Seelsorger ein großes Dankeschön an die Hellenthaler Feuerwehr ausgesprochen. Diese habe bei dem Großeinsatz im Februar, bei dem das Pfarrheim brannte, ein Übergreifen auf die Kirche und damit Schlimmeres verhindern können, lobte Ude. Genau das mache die Region aus, dass viele freiwillige Helfer zur Stelle sind, wenn Not am Mann ist. Ude und Joswig überreichten als Dank und für die Nachwuchsförderung 500 Euro in Form eines symbolischen Schecks für die Jugendfeuerwehr an Löschgruppenführer der Gemeinde Hellenthal Daniel Pützer. 

Zum Abschluss des gelungenen Tages gab es ein Konzert von Pascal Metzger, dem Singer-Songwriter aus dem nahegelegenen Heimbach-Vlatten, der in diesem Jahr erfolgreich am „school jam Schülerband Festival“ teilgenommen hat. Mit seiner gefühlvollen Stimme begeisterte er die Zuschauer.

(Text: Kirsten Röder)

Nächstes Tauffest: Sonntag, 23. August 2020