Die Bänke aus den Kirchen in Schleiden und Gemünd werden nur noch in kleinen Zahlen nach dem Wiederaufbau benötigt. Daher geben wir diese Bänke (wie vorher schon aus den Kirchen in Harperscheid und Hellenthal) gegen eine Spende ab. 200 Euro oder mehr sollte Ihnen / Euch eine Bank schon wert sein…
In Hellenthal und Kall kann z.Z. je ein Exemplar besichtigt werden. Bei Interesse bitte bei der stellv. Baukirchmeisterin Doris Kupp melden: doris.kupp@ekir.de bzw. 02485/500
Bank aus der Kirche SchleidenBank aus der Kirche Gemünd
Gemeinsames Adventssingen inmitten der Baustelle der in der Flut beschädigten Schleidener Kirche – Gottesdienste wahrscheinlich ab Frühjahr 2026 wieder möglich
Zu einem etwas anderen Adventssingen hatte für den Freitagabend, 19. Dezember, in Schleiden die Evangelische Trinitatiskirchengemeinde Schleidener Tal eingeladen. Denn mit der Kirche in Schleiden, die während der Flut 2021 schwer beschädigt worden war, hatten die Verantwortlichen sich einen emotionsbeladenen Ort ausgesucht. Seit mehr als vier Jahren müssen die Protestanten in der ehemaligen Kreisstadt auf ihre gewohnte Kirche verzichten, und noch immer ist sie eine Baustelle. So hatte der Ort auch etwas von einem Notbehelf und erinnerte damit auch an den Stall und die Krippe in Bethlehem.
Aufgrund der Wetterlage war das Treffen, das eigentlich vor dem Haupteingang stattfinden sollte, kurzerhand in das Kircheninnere verlegt worden. „Nachdem wir endlich den Lichtschalter gefunden hatten“, wie Pfarrer Oliver Joswig mit einem Augenzwinkern verriet, da eine zusätzliche Sicherung zuerst die Weiterleitung des Stroms verhindert hatte. „Die Wände sind bereits fertig“, sagte er. Auch Boden und Elektrik seien mittlerweile fertiggestellt. Doch Altar, Kanzel und Orgel, die bislang noch eingehaust sind, müssten noch in Angriff genommen werden, was aller Voraussicht nach im Februar geschehen werde. Dann könne „um Ostern herum“ eventuell wieder der Betrieb aufgenommen werden.
Gemeinsames Singen gut besucht
Rund 80 Menschen waren gekommen, um die Gelegenheit zu nutzen, einen Blick in das Kircheninnere zu werfen. Mit Weihnachtsliedern und -geschichten, die Joswig las, war die halbe Stunde gestaltet, zu der die Menschen zusammengekommen waren. „Alle Jahre wieder“ und „Leise rieselt der Schnee“ wurden gesungen, bevor es in den geselligen Teil überging, und die Besucher den Fortschritt der Arbeiten in Augenschein nehmen konnten.
„Es berührt mich, dass nach 4 ½ Jahren wieder Gottesdienste möglich werden“, sagte er. Vor allem bei Beerdigungen werde es angenehmer werden, da zur Zeit die Trauerfeiern auf dem Friedhof an der Kirche unter freiem Himmel stattfinden würden, was nicht bei jedem Wetter angenehm sei. „Es ist eine schöne Vorstellung, diesen Raum wieder zu nutzen“, sagte er.
Ein Stückchen mehr Normalität
Offiziell eröffnet werden solle die Kirche aber erst 2027, wenn die Trinitatis-Kirchengemeinde ihr 20. Jubiläum feiern werde. In der Gemünder Kirche, die ebenfalls durch die Flut schwer beschädigt wurde, werde die Fertigstellung noch etwas dauern, denn, wie sich dort herausgestellt habe, müsse dort der Boden entfernt werden, teilte der Pfarrer mit.
Und, wie Joswig ankündigte, solle im Januar auch die Turmuhr wieder in Betrieb gehen, die seit der Flutnacht vom 14. Juli 2021 die Erinnerung an den Augenblick festhält, als um 21.45 Uhr der Strom ausfiel. Ein Stückchen mehr Normalität wird das dann wieder sein, doch damit wird auch ein kleines Stück mahnendes Gedenken verschwinden.
Die Gründungsversammlung hat am 14. Januar stattgefunden. 20 Menschen – von jung bis weniger jung – haben diesen wichtigen Schritt gemacht. Die Satzung wurde verabschiedet, die Gebührenordnung ebenso (Vollzahler/in 24 €; Schüler/innen etc. 12 €; Familien 44 €) und der erste Vorstand gewählt:
v.L.n.R.: Beisitzer Florian Lechner, stellv. Vorsitzender Oliver Joswig, Beisitzerin Monika Hörnchen, Vorsitzender Martin Sommer, Kassenwartin Tania Straube, Schriftführerin Tina Pütz, Beisitzerin Andrea Peters
Zu den ersten Kassenprüfern wurden Georg Weyer und Peter Schäfer gewählt; als geborene Mitglieder aus dem Presbyterium wurden Christoph Ude und Birgit Heick-Cremer gewählt. (Text: Oliver Joswig)
Am Samstag vor dem 1. Advent bevölkerten rund 25 Konfis mit Teamer und den Pfarrern Ude und Joswig die Backstube der Bäckerei Zimmer in Kall-Sistig. Wie schon vor 11 Jahren beim Start der bundesweiten Aktion war es für Patrick Zimmer und sein Team – hier ist vor allem Dennis zu nennen – eine Selbstverständlichkeit uns zu empfangen. Nach einer kurzen Phase der Zurückhaltung ging es dann aber richtig los und in weniger als einer Stunde waren gut 200 Brote in Form gebracht. In der „Geh-Phase“ der Brote bekamen wir eine halbstündige kurzweilige und informative Brotverkostung durch Brot-Sommelier Patrick. Besonders die „harte männliche Kruste“ unseres Roggenmischbrotes prägte sich so sehr ein, dass Ben diese auch am Sonntagmorgen im Gottesdienst erwähnte… Anschließend kamen die Brote in den Steinofen, natürlich auch unsere beiden besonderen Brote, die am Sonntag im Hellenthaler Gottesdienst versteigert wurden.
In der Backstube
Am 1. Advent findet am in Hellenthal seit vielen Jahren das Sternglühen statt. Entsprechend gut gefüllt war die Kirche. Der Gottesdienst drehte sich um Talente: Talente, die wir Menschen – besonders Kinder – im Alltag entwickeln (Zimmer nicht aufräumen können, Dekorieren, Fußball spielen, in der Nase bohren etc.), dann unsere Konfis beim Brotbacken und Brot vermarkten, sowie im Ideen entwickeln aus einem 10 Euro-Schein ein Vielfaches zu machen.
Die beiden Punkte noch etwas genauer: Ben und Neele hatten die Aufgabe übernommen, im Gottesdienst kurz etwas zum Backen am Vortag zu erzählen. Ergänzt durch den Vater von Patrick Siegwin Zimmer, der es sich nicht nehmen ließ, persönlich zum Gottesdienst zu kommen. Der Duft des frischen Brotes lockte dann die Besucher mitzubieten als Ben das Mikro wieder übernahm und mit vielen Worten es schaffte im Endeffekt ein Brot für 200 € und ein Brot für 185 € zu versteigern – was für ein Talent! In der Summe sind so in Hellenthal und Heimbach weit über 1.100 € zusammengekommen. Das ist unser bisher bestes Ergebnis!
Siggi Zimmer
Ben und Neele bei der Versteigerung
200 € & 185 €
Max & Kiki tauschen sich über ihre Talente aus
großer Schlusskreis
Und dann gab es noch die Überraschung am Ende des Gottesdienstes: Jede*r Besucher*in bekam eine Karte, auf der ein 10 € Schein zu einer Kerze gedreht aufgeklebt war. Darin das Gleichnis von den anvertrauten Talenten und schließlich die Aufforderung mit dem ganz eigenen Talent etwas aus den 10 € zu machen. Bis zum 4. Advent, wo wir dann in einem Singe-Gottesdienst schauen und hoffen, dass wir weit über 1.000 € zurückbekommen, die der Hellenthaler Förderverein für diese Aktion zur Verfügung gestellt hat.
Wow – so viele Talente oder einfach nur nette Spender, denen die Arbeit und bzw. oder der Mut zu dieser Aktion unseres Fördervereins gefallen hat. Jedenfalls wurden aus den ursprünglichen 1.000 € rund 3.000 €. Vielen Dank!
Am vierten Advent (21. Dezember) endet unsere „Talente-Aktion“, die am ersten Advent gestartet ist: Die Gottesdienstteilnehmer*innen hatten eine Klappkarte mit einem 10-€-Schein bekommen. Der Förderverein Hellenthal hatte für diese Aktion 1.000 € zur Verfügung gestellt – und alle 100 Karten konnten verteilt werden. Die Gottesdienstteilnehmer*innen wurden aufgefordert, mit ihren Talenten das Geld bis zum vierten Advent zu vermehren (oder zumindest die 10 € wieder zurückzubringen). Wir sind gespannt, wieviel zusammenkommt. Im Rahmen des Singe-Gottesdienstes unter der Leitung von Pfarrer Oliver Joswig soll dann das Ergebnis vorgestellt werden. Der Singe-Gottesdienst soll das halten, was er verspricht: Ein Gottesdienst voller Advents- und Weihnachtlieder, die man einfach so mitschmettern kann. Gewürzt mit ein paar Infos zu den Liedern wird das ein kurzweiliger Gottesdienst am vierten Advent. Er beginnt um 9.30 Uhr.
Im zweiten Jahr – nach dem Auftakt 2025 in der Schlosskirche – trafen sich Anfang Januar Karnevalist*Innen aus und rund um das Schleidener Tal in St. Anna Hellenthal. Welch ein buntes Bild bot sich den Besucher*Innen?! Ein gut auf aufgelegter Christopher Schneider an der Orgel und als Chorleiter sorgte für die tolle musikalische Begleitung.
Otti als Clown nahm uns mit an die Krippe. Klaus Hövel und Gaby Leufgen hielten die Predigt, Thomas Schlütter und Oliver Joswig sorgten für den Rahmen.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren dann alle noch ins benachbarte Pfarrheim eingeladen, wo die KG Ruet Jold Hellenthal für die Bewirtung sorgte.
Nächstes Jahr – beim dritten Mal – ist dieser gemeinsame Gottesdienst dann schon eine Tradition. Vielleicht in Gemünd, wir werden sehen?!
Jugendgedöns bringt Rave-Gottesdienst vom Kirchentag in Hannover nach Hellenthal – Weitere Ausgaben sind schon in Planung
Wummernde Bässe, harte Bassdrumkicks und dröhnende Riffs: Ungewohnte Klänge waren am letzten Samstag des Jahres in der Evangelischen Kirche in Hellenthal zu hören. Techno, Hardcore und andere Stilrichtungen der elektronischen Tanzmusik dröhnten durch die altehrwürdigen Hallen, während der Raum durch zuckende Lichter erhellt wurde. Zum ersten Mal gab es in der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal einen Rave-Gottesdienst, veranstaltet von dem Jugendgedöns, den Jugendlichen der Hellenthaler Kirche. „Wir können nicht nur das Reformationskonzert, sondern auch das“, sagte Pfarrer Oliver Joswig mit zufriedenem Gesichtsausdruck. Denn bei der jugendlichen Zielgruppe kam die Premiere des neuen Formats gut an.
Ein ungewohntes Bild bot der Innenraum der Evangelischen Kirche in Hellenthal beim Rave-Gottesdienst.
Die hatte es schließlich auch vom Kirchentag in Hannover mitgebracht. „Dort wurde ein Rave-Gottesdienst angeboten, bei der einige von den Jugendlichen aus unserem Jugendgedöns dabei waren und hinterher mit nassgeschwitzten T-Shirts und leuchtenden Augen davon berichteten“, beschrieb Joswig die Entstehungsgeschichte der neuartigen Idee. Und so gab es kaum Erfahrungswerte, auf die die Organisatoren zurückgreifen konnten. Wenigstens wurde der Aufbau der Veranstaltung von dem Versuchsballon in Hannover übernommen. Mit Hilfe von speziell produzierten Videoclips mit Rap und anderen modernen Sounds und Vaterunser wurde der rund zwanzigminütige Gottesdienst gestaltet. „Der Rest ist dann sozusagen ein Orgelnachspiel von 3 ½ Stunden“, so der Pfarrer.
Aufwändige Technik statt klassische Orgel
Bei dem allerdings nicht die Orgel zum Einsatz kam, sondern ein professionelle und entsprechend leistungsstarke Tonanlage zum Einsatz kam, die ausgeliehen werden konnte. Investiert wurde dagegen in Sachen Licht: Rund 5500 Euro habe die Gemeinde dafür aufgewendet, wobei noch eine Förderung in Anspruch genommen werden konnte, erläuterte Joswig. „Das Licht können wir auch noch für die Kulturkirche nutzen“, machte er deutlich.
Von der Orgel-Empore aus wurde das Licht gesteuert.
Doch er sei selten so nervös wie an diesem Abend gewesen. Über Monate habe er die Veranstaltung mit den Jugendlichen gemeinsam organisiert, doch eine riesige Unbekannte sei geblieben. „Keiner weiß, wie das angenommen wird“, sagte er. Übervoll sei genauso möglich wie komplett leer. Entspannt habe sich dagegen das Presbyterium gezeigt, als er die Idee vorgestellt habe. „Die habe einfach gesagt: Mach!“, freute er sich über die Unterstützung. Und auch die Gemeindemitglieder hätten sich überraschend tolerant und entspannt gezeigt, als plötzlich eine Lichttraverse beim Weihnachtsgottesdienst im Raum gestanden habe. Das Interesse an der ungewöhnlichen Veranstaltung sei nicht regional geblieben: Es seien Gäste aus Darmstadt und Münster angereist, die ebenfalls bei dem Rave-Gottesdienst in Hannover gewesen seien und nun bedauerten, dass in ihren Gemeinden so etwas nicht angeboten werde.
Neue Strömungen öffnen
„Es wird der Ruf nach einer Wiederholung kommen“, war sich Joswig schon während der Veranstaltung sicher. So konnte er Sonntagmittag auch vermelden, dass der Rave-Gottesdienst in Hellenthal keine einmalige Veranstaltung bleiben solle. Außerdem würden die Hellenthaler beim Jugendkongress AC26, der im Juni in Aachen veranstaltet werde, wahrscheinlich einen weiteren Rave-Gottesdienst anbieten.
Denn er stehe hinter dem Konzept. Er habe bereits mehrere Besucher gesehen, die ansonsten mit Kirche nichts am Hut hätten und fragen würden: Das ist Kirche? „Ja, auch das ist Kirche“, so Joswig deutlich. Es gehe darum eingefahrene Wege zu verlassen und sich neuen Strömungen zu öffnen.
Techno als Musik für alle
Im Gemeindehaus ging es ruhiger zu. Hier gab es die „Chillzone“, wo sich ausgeruht werden und auch gequatscht werden konnte. „Es geht bei der Idee um den Zusammenhalt“, sagte Florian vom „Jugendgedöns“. Alle würden Techno lieben, so sei die Wahl der Musik nicht schwergefallen. Genau wie seine Kumpel Max und Mattes, die sich mit ihm den Fragen des Reporters stellten, war er auf dem Rave-Gottesdienst auf dem Kirchentag gewesen und habe das Event erlebt. Der Publikumszuspruch sei an diesem Samstag noch etwas verhalten, doch das liege vielleicht daran, dass der Termin zwischen Weihnachten und Neujahr liege. Rund 50 Menschen tummelten sich auf der Tanzfläche oder auch rund um die Kirche.
DJ Dave Krumz aus Schmidtheim legte beim ersten Rave-Gottesdienst auf.
Immer wieder würden in Hellenthal besondere Gottesdienstformate ausprobiert, erklärte Max. Da gebe es den Schlagergottesdienst, einen Kaffeegottesdienst, einen Grillgottesdienst, aber auch einen Super Bowl-Gottesdienst. „Es geht darum, keinen normalen Gottesdienst zu haben, sondern etwas zu erleben“, so Florian. Für den DJ-Part sorgte DJ Dave Krumz aus Schmidtheim, bürgerlich David Murk. Er legte eine Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen auf, bevor der Sound im Laufe des Abends immer mehr in Richtung Hardcore ging.