Archiv der Kategorie: Gemeindebrief

Grüße aus Taizé

Im Urlaub besuchen wir zwar häufig Kirchen, doch – gerade im Ausland – einen Gottesdienst? Ein besonderes Erlebnis, wenn man nur am Sprechrhythmus das Vaterunser erkennt oder Abendmahl in einem schwedischen Gottesdienst erlebt.

Nochmal ganz anders, wenn sich Tausende von Jugendlichen und jungen (und auch älteren) Erwachsenen in Taizé – im Burgund/F – treffen und dort der Gottesdienst dreimal täglich stattfindet und in einer großen Sprachvielfalt gefeiert wird. Freiwillig und mit wachsender Begeisterung intensive Gottesdiensterfahrungen, die keine(n) unberührt lassen…

 

Taizé 2018 – ein Reisebericht (oder wie ich das Unbeschreibbare beschreibe…)

Für mich ist es (erst) das zweite Mal, dass ich eine Woche nach Taizé fahre. In diesem Jahr wusste ich ja schon, auf was ich mich einlasse:

  • Eine Woche zelten
  • Eine Woche einfachste Mahlzeiten
  • Eine Woche drei Gottesdienste am Tag
  • Eine Woche viiieeel singen
  • Und und und…

Was sich vielleicht erstmal negativ liest, ist gerade das Gegenteil: Eine intensive Woche zum Runterkommen, nach den übervollen Wochen unmittelbar vor den Sommerferien. Zeit haben sich selber zu erspüren, Zeit haben, biblische Geschichten und Worte in mir nachklingen zu lassen, den „Sound of Taizé“ tagtäglich zu erleben und je länger die Woche geht, Ohrwurm an Ohrwurm bei sich und den Mitfahrenden zu spüren.

Irgendwie um die 3.000 Menschen bevölkerten in der ersten Sommerferienwoche den Hügel von Taizé – darunter auch wir 11 aus dem Schleidener Tal und auch Vertreter der Juki Aachen unter der Leitung von Pia. Man nimmt diese 3.000 Menschen besonders zu den Essenszeiten wahr und, wenn man nicht schon um 6.30 Uhr duschen geht, auch zu den normalen Duschzeiten (also die übrige Zeit). Jede/r findet da im Laufe der Woche den eigenen Rhythmus – bei Jan Wattjes und mir waren es die kalten Duschen um 6.30 Uhr 😉.

15/16jährige Jugendliche aus Rumänien, England und Deutschland antworteten auf die Frage, warum sie diese Woche Taizé auf sich nehmen, folgendermaßen:

  • Ich bin hier im Rahmen meiner Firmvorbereitung.
  • Ich wollte eine Woche Teil dieser besonderen Kirchengemeinschaft sein.
  • Ich habe mich bewusst für Taizé entschieden, da ich hier einen Abschnitt von Frieden und Ruhe erlebe, gerade im Gegensatz zu dem hektischen und beschäftigten Schulleben.
  • Ich wollte diesen „Urlaub“ um meine Sommerferien anders als die anderen zu gestalten und so besondere Erfahrungen machen zu können.

Wer jetzt denkt, dass diese Antworten von „Flower-Power-Kids“ kommen, täuscht sich. Das sind ganz „normale“ Jugendliche aus ganz Europa, die am Ende der Woche sicher waren, wiederzukommen. Fast der benedektinischen Ordensregel „ora et labora“ (bete und arbeite) folgend, ist es gerade die Abwechslung in allen festen Strukturen, die diese Woche so besonders macht. Und da müssen dann auch schon mal Arbeiten wie das Abfegen der Spinnweben unter den Waschbecken erledigt werden. Zugleich legen die Jugendlichen beim Besprechen der Bibeltexte großen Ernst an den Tag. Wenn sich die vier Jugendlichen aus England am dritten Tag erstmal bei einem Gespräch über Gerechtigkeit darüber verständigen müssen ob sie Labour oder Conservative sind und für sie nur Labour die richtige Antwort ist und bei der Frage nach dem „Brexit“ man nur in wutverzerrte Gesichter schaut, wird schnell klar, dass diese Treffen in Taizé unheimlich viel zur Völkerverständigung beitragen. Mit einem Mal wird uns „Alten“ klar, wie vieles heute ganz selbstverständlich ist. Wenn Alex aus Rumänien schnell eine Whatsapp-Gruppe einrichtet und man so in Kontakt bleiben kann – und sei es nur wegen der Bilder.

Mir ist klar, dass das nicht ein „normaler“ Reisebericht zu Taizé ist, aber kann es auch gar nicht sein. Dazu erwische ich mich in Taizé in manchen Momenten so emotional so angefasst, dass diese hier gar nichts zu suchen haben. Und so erlebe ich auch die Jugendlichen.

Wenn alles gut geht, war das noch lange nicht mein letzter Besuch auf dem Hügel. In diesem Frühjahr/Sommer wurde/wird der Altarbereich neu gestaltet, nach mehr als einem Jahrzehnt! Das tut Taizé und seiner Idee gut. Frère Alois (der Prior von Taizé) sagte sinngemäß: Unsere Kirche ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem der Heilige Geist sich frei bewegen kann!

Dem ist nichts hinzuzufügen – außer bis nächstes Jahr in Taizé!

Pfarrer Oliver Joswig

Doppelpunkt zum Ende von 500 Jahren Reformation

Ein langer Tag, ein langes Wochenende, ein langes Reformationsjahr gehen  zu Ende:

– Am Sonntag ein intensives Miteinander auf dem Pilgerweg von Schleiden über Olef nach Gemünd und wieder zurück nach Schleiden.
> Ein ausführlicher Bericht ist HIER zu finden.
> Einen kleinen Fernseh-Bericht gibt es übrigens in der Mediathek der Aktuellen Stunde Aachen von Montag. -> HIER
– Heute Morgen ein – so hörte ich – kurzweiliger Gottesdienst vom nur 1 3/4 Stunde. Ich war geflasht von den vielen Menschen, die mitgefeiert haben. Mit einer Aufnahme in unsere Gemeinde, der Taufe von Paul, dem Geburtstag vom Konfi Max und zwei großen Abendmahlsrunden, dem gemeinsamen Singen, Anja Bäcker, die Martin Luther King zu Gehör brachte und die Predigt von Hans-Peter Bruckhoff und und und…
– Und heute Nachmittag das begeisternde Konzert. Der Applaus war – zurecht – langanhaltend. Viele Menschen konnten leider nicht mehr in die Kirche, da auch unsere große Gemünder Kirche, viiiel zu klein war.
Über 2.000 € können auf unsere drei Projekte „Kulturkirche Gemünd“ (50 %), „Kolosseum Gemünd“ (25 %) und „Point Hellenthal“ (25 %) aufgeteilt werden. Herzlichen Dank dafür!

Seniorenausflug 2017

Am Freitag, den 15. September machten sich 40 Senioren aus dem ganzen Schleidener Tal bei bestem Wetter gemeinsam mit Pfr. Schumacher erwartungsvoll auf zum diesjährigen Seniorenausflug. Die Presbyterinnen Doris Kupp und Charlotte Roux-Bücker hatten in diesem Jahr gleich mehrere interessante Ziele in nicht allzu großer Ferne ausgesucht und den Tag hervorragend organisiert. Zunächst ging es zum Museum für Badekultur nach Zülpich, wo die Gruppe durch

die engagierte Führung nicht nur eine der am besten erhaltenen römischen Thermen nördlich der Alpen kennenlernte, sondern auch etwas über die Geschichte des Badens vom Mittelalter bis in die Neuzeit erfuhr.
Danach wurde das Eifeler Antikhaus-Café angesteuert, wo es in plüschiger, aber sehr origineller Atmosphäre guten Kaffee und hervorragenden selbstgebackenen Kuchen gab. Die nächste Station war dann die beeindruckende Kürbis-Ausstellung im Krevelshof, wo riesige Bobfahrer, Boxer oder Basketballer ganz aus Kürbissen zu bestaunen waren. Als Andenken konnte man auch einige besonders schöne Kürbisse einkaufen und mit nach Hause nehmen. Den geistlichen Abschluss bildete dann der Fürbittgottesdienst in der Ev. Kirche in Gemünd, bei dem viele die Gelegenheit nutzten, den Dank für den gelungenen Tag und die zahlreichen schönen Begegnungen vor Gott zu bringen.
Erik Schumacher